QVV

Thomas Treschers „Totgeschwiegen“ab 31. Oktober im Buchhandel

 

Totgeschwiegen
Warum es der Staat Mördern so leicht macht.
Thomas Trescher
mit einem Vorwort von Mark Benecke

Addendum / Edition QVV
22 Euro
Alle E-Book-Shops finden Sie hier

Hardcover | Erscheinungsdatum 31. Oktober 2019 | 208 Seiten
ISBN 978-3-200-06546-8


“Warum bleiben manche Todesfälle unentdeckt? Und wie viele sind es? Die Antworten darauf sind spannend und helfen, unsere forensische Arbeit grundsätzlich zu verbessern.”

– Mark Benecke, Kriminalbiologe und Buchautor –


Über „Totgeschwiegen“ 

Am 23. August 2006 um 20:50 wird der Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil von einem Zug überrollt. Bis heute halten sich die Gerüchte, dass er zu diesem Zeitpunkt bereits tot war, ermordet von Mitwissern. Warum sind diese Gerüchte nicht aus der Welt zu schaffen? Weil die Obduktion schlampig durchgeführt wurde, sagt ein Gerichtsmediziner: „Es wurde versemmelt.“ Am 24. Februar wird der ehemalige kasachische Botschafter Rachat Alijew tot in seiner Zelle in der Wiener Justizanstalt Josefstadt gefunden, ihm wäre ein Prozess wegen Mordes bevorgestanden. Die Obduktion ergibt Selbstmord, aber ein bekannter deutscher Gerichtsmediziner widerspricht. Er ist überzeugt: Es war Mord, Alijew wurde in seiner Zelle ermordet. „Das sieht ein Blinder“, sagt er.

 


Es sind zwei aufsehenerregende Fälle, in denen der Verdacht besteht, dass in Österreich Morde übersehen oder gar vertuscht
werden. Dahinter stehen zahlreiche weitere, die nicht so viel Rampenlicht bekommen. Im steirischen Voitsberg etwa wurde 2018 ein Mann von seinem Sohn erwürgt, der Totenbeschauarzt ging von einem natürlichen Tod aus. Erst als die Stieftochter die Polizei alarmiert, werden bei einer Obduktion Serienrippenbrüche und ein gebrochener Halsknorpel festgestellt. In Wien stürzte 2017 eine Frau vier Stockwerke in die Tiefe, Polizei und Totenbeschau gingen von Suizid aus. Wie sich später herausstellt, wurde sie von ihrem Mann von der Terrasse gestoßen.

 


Wer glaubt, dass in Österreich fast jeder Mord geklärt wird, irrt: Viele werden erst gar nicht erkannt. „Totgeschwiegen“ sammelt zahlreiche Fälle, bei denen Tötungsdelikte übersehen wurden. Einige dieser Fälle sind geklärt, bei anderen bleiben Zweifel; hier müssen die Angehörigen weiter mit der Ungewissheit leben. Sie sind es auch meistens, die sich an die Behörden wenden, wenn sie glauben, dass der Tod kein natürlicher war – oft tun sie das vergeblich.

 

Dahinter stehen zahlreiche Missstände: Ein stetiger Rückgang an Obduktionen, eine desolate Gerichtsmedizin, Mängel bei der Totenbeschau und schlampige Polizeiarbeit. Gerichtsmediziner, Kriminologen, Ärzte und Staatsanwälte, sie alle warnen, dass in Österreich mehr und mehr Mörder frei herumlaufen. Das System ist eines, das viele scheinbar perfekte Morde zulässt, die vermutlich nie ans Tageslicht kommen werden. Die Politik zeigt kein Interesse an Verbesserungen, und das ist auch kein Wunder: Je weniger Morde erkannt werden, desto besser die Kriminalstatistik. 

 

 


 

Über den Autor

Thomas Trescher, 39, ist Addendum-Redakteur; zuvor war der Publizistik- und Politikwissenschaften-Absolvent Chef vom Dienst beim Monatsmagazin Datum und stellvertretender Chefredakteur bei kurier.at. Er hat unter anderem für Geo, Die Zeit, Terra Mater und Falstaff geschrieben und beschäftigt sich seit Jahren mit dem österreichischen Justizsystem. Er wollte wissen, warum die Zahl der Verstorbenen mit unbekannter Todesursache Jahr für Jahr steigt und fand zahlreiche (fast) nicht entdeckte Tötungsdelikte.

 


Über Edition QVV

Die Edition QVV ist der Buchverlag der Quo Vadis Veritas Redaktions GmbH.


Für Buchhändler

Sie wollen unsere Bücher bestellen? Unser Vertriebspartner ist Mohr Morawa, bitte senden Sie ihre Bestellung an [email protected]


Presse

Downloaden Sie hier die aktuellen Pressefotos zum Buch

Für Interviewanfragen und Rezensionsexemplare wenden Sie sich bitte an [email protected]


Drei Geschichten aus „Totgeschwiegen“ in einer interaktiven Reportage